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SOD (Superoxid-Dismutase)

mit einem Kommentar

Beschreibung

Die Superoxid-Dismutase, abgekürzt SOD, ist eines der meist vorhandenen körpereigenen Enzyme des menschlichen Körpers. Jeder Milliliter Blut enthält durchschnittlich 60 Mikrogramm SOD. SOD ist der wichtigste enzymatische Antioxidant und besitzt ein außergewöhnlich hohes Schutzpotential für Zellen.

SOD ist für die Abwehr von freien Sauerstoffradikalen, speziell den so genannten Superoxiden verantwortlich. Superoxide sind die häufigsten und gefährlichsten freien Sauerstoffradikale und fallen im Rahmen des Zellstoffwechsels an. Sie schädigen die Zellen und sind für deren Alterung in großem Maße ausschlaggebend.

Superoxid-Dismutase katalysiert in den Zellen die Umwandlung (Dismutation) des Superoxidradikals zum unschädlichen Wasserstoffperoxid (H2O2), das zu Wasser und Sauerstoff abgebaut werden kann. Da SOD auf diese Weise vorzeitigen Alterungsprozesses der Zellen entgegensteuert erhielt es von Zellforschern den Namen „Methusalem-Enzym“.
Anwendungsbereiche und Wirkungen

Anwendungsbereiche
Der ergänzende Verzehr der Superoxid-Dismutase ist zum prophylaktischen Schutz vor vorzeitiger Zellalterung grundsätzlich und im Besonderen bei erhöhter Aussetzung  oxidativer Belastungen indiziert.
Beispiele sind
• Tabakkonsum
• übermäßige Belastungen durch ultraviolette Strahlen
• Stress
• Sport resp. intensive körperliche Anstrengungen

Therapeutisch wird SOD eingesetzt bei
• chronischen-degenerativen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und rheumatischen Erkrankungen (Arthrose, Arthritis)
• chronischer und akuter Immunschwäche

Übermäßige Belastungen durch ultraviolette Strahlen verringern den Gehalt an Superoxid-Dismutase in der Haut. Zudem sinkt die Körperproduktion von SOD naturgemäß mit steigendem Alter. Weitere Einflussfaktoren wie z.B. Homocystein können zur Verringerung des Gehaltes an SOD beitragen.
Die meisten Effekte von SOD basieren auf der herausragenden Wirksamkeit, den Körper vor Zellzerstörung durch freie Radikale zu schützen.

Übermäßige Belastungen durch ultraviolette Strahlen verringern den Gehalt an Superoxid-Dismutase in der Haut. Zudem sinkt die Körperproduktion von SOD naturgemäß mit steigendem Alter. Weitere Einflussfaktoren wie z.B. Homocystein können zur Verringerung des Gehaltes an SOD beitragen.
Wirkungen
Schutz vor Zivilisationserkrankungen
SOD wirkt allen radikalinduzierten Erkrankungen entgegen. Chronisch-degenerative Erkrankungen, die so genannten Zivilisationserkrankungen, wie Krebserkrankungen, Morbus Alzheimer und größtenteils auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Arteriosklerose), werden in Ihrer Entstehung durch die Belastung mit Freien Radikalen gefördert. Das erhöhte Vorkommen von Sauerstoffradikalen führt zur so genannten Lipidperoxidation (Schädigung von Fetten im Blut) und ist damit Ursache für die genannten Erkrankungen.

Schutz vor diabetischen Folgeschäden
Eine Folge von Diabetes mellitus ist gesteigerter oxidativer Stress. Die erhöhten Blutzuckerwerte führen zu einem Mangel an Antioxidantien. SOD beugt durch die Deaktivierung der Freien Radikale den typischen diabetischen Folgeschäden wie z.B. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, der Beine, der Makula (Augen) vor.

Schutz vor Osteoporose, Arthrose und Arthritis
Aggressive Superoxidradikale aktivieren die Tätigkeit der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen). SOD wirkt durch die Superoxid-Entgiftung der Osteoporoseentstehung entgegen.
Freie Radikale schwächen zudem das Gewebe, weshalb SOD auch bei Arthrose und Arthritis eingesetzt wird. Wissenschaftliche Studien mit Arthrose- resp. Arthritis-Betroffenen zeigten auf, dass SOD Entzündungen und Schwellugen vermindert, die Beweglichkeit fördert und schmerzlindernd wirkt.

Schutz der Augen
In den Augen ist Superoxid-Dismutase ebenfalls in hoher Konzentration enthalten, wo sie ihre antioxidativen Wirkungen entfaltet und damit u.a. vor der AMD, der Altersbedingten Makuladegeneration, schützt .

Immunstärkung und beschleunigte Regeneration
SOD stärkt die körpereigene Immunabwehr. Zudem werden Regenerationsprozesse aktiviert. Beispiel: Durch Strahlentherapien belastete Gewebe, können nach der Gabe von SOD teilweise regeneriert werden. Ebenso wird die Funktion des Herzmuskels nach einem Herzinfarkt durch die Superoxid-Dismutase gestärkt.

Unterstützung von Entgiftungsprozessen
SOD ist bei der Entgiftung von Schwermetallen wie z.B. Quecksilber beteiligt. Erhöhte Schwermetallwerte finden sich bei vermehrter oxidativer Belastung sowie nach körperlichem Training.

Zufuhrempfehlungen und Hinweise

Zufuhrempfehlung
Die tägliche Dosierung von Superoxid-Dismutase sollte bei 250 bis 750 mg liegen.

Literaturquellen

1. Corominas M., Bas J. Romeu A. et al.: Hypersensitivity reaction after orgotein (superoxide dismutase) administration. Allergol Et Immunopathol 18(5):297-299. (1990).
2. Cudkowicz M., Warren L., Francis J. et al.: Intrathecal administration of recombinant human superoxide dismutase 1 in amyotrophic lateral sclerosis: a preliminary safety and pharmacokinetic study. Neurology 49:213-222. (1997).
3. Delanian S, Baillet F, Huart J et al.: Successful treatment of radiation-induced fibrosis using liposomal Cu/Zn superoxide dismutase: clinical trial. Radiother Oncol 32(1):12-20. (1994).
4. Diez-Gomez M., Hinojosa M., Moneo I. et al.: Anaphylaxis after intra-articular injection of orgotein. Allergy; 42(1):74-76. (1987).
5. Housset M, Baillet F, Michelson A. et al.: Action of liposomal superoxide dismutase on measurable radiation-induced fibrosis (article in French). Free Radic Res Commun 1(6):387-394. (1986).
6. Joral A. T., Mira J. et al.: Systemic anaphylaxis following parenteral orgotein administration. J Invest Allergol Clin Immunol 3(2):103-104. (1993).
7. McIlwain H., Silverfield J., Cheatum D. et al.: Intra-articular orgotein in osteoarthritis of the knee: A placebo-controlled efficacy, safety, and dosage comparison. JAMA 87:295-300. (1989).
8. Muizelaar J., Marmarou A., Young H. et al.: Improving the outcome of severe head injury with the oxygen radical scavenger polyethylene glycol-conjugated superoxide dismutase: a Phase II trial. J Neurosurg  78(3):375-382. (1993).
9. Negita M., Ishii T., Kunikata S. et al.: Prevention of posttransplant acute tubular necrosis in kidney graft by perioperative superoxide dismutase infusion. Transplantation Proc 26(4):2123-2124. (1994).
10. Niwa Y., Somiya K., Michelson A. et al.: Effect of liposomal-encapsulated superoxide dismutase on active oxygen-related human disorders. A preliminary study. Free Radic Res Commun; 1(2):137-153. (1999).
11. Perdereau B., Campana F., Viloq J. et al.: Superoxide dismutase (Cu/Zn) in cutaneous application in the treatment of radiation-induced fibrosis (article in French). Bull Cancer Radiother 82(2):113-119. (1994).
12. Rosenfeld WN, Davis JM, Parton L et al.: Safety and pharmacokinetics of recombinant human superoxide dismutase administered intratracheally to premature neonates with respiratory distress syndrome. Pediatrics 97(6 Pt 1):811-817. (19963).
13. Sanchiz F., Milla A., Artola N. et al: Prevention of radioinduced cystitis by orgotein: a randomized study. Anticanc Res 16(4A):2025-2028. (1996).
14. Zidenberg-Cherr S., Keen C., Lonnerdahl B. et al.: Dietary superoxide dismutase does not affect tissue levels. Am J Clin Nutr 37(1):5-7. (1983).

Geschrieben von gesundreich

5. 12. 2008 um 17:15

FOLSÄURE

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Beschreibung

Die Folsäure wird auch Pteroglutaminsäure oder Vitamin B9 genannt und gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine. Den Namen Folsäure (engl. folid acid) erhielt das Vitamin als es 1941, frisch entdeckt, aus Spinatblättern isoliert wurde (lat. folium = Blatt). Folsäure erfüllt eine Reihe lebensnotweniger Funktionen und stellt immer noch das häufigste Mangelvitamin in Deutschland dar.

Funktionen und Anwendungsbereiche

Funktionen
Zellentstehung
Die Folsäure hat eine unersetzbare Schlüsselrolle bei der Zellbildung, Zellteilung und dem Zellwachstum. Auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure besonders angewiesen sind daher alle Zellen, die sich schnell erneuern, vor allem Blutzellen, Schleimhautzellen, Darmwand- und Lungenzellen.

Entwicklung des Fötus
Essentiell ist die Folsäure auch bei der Entwicklung des Fötus, dabei besonders bei der Ausbildung des Zentralnervensystems in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft.

Nuklein- und Eiweißsynthese
Die Folsäure ist für die Biosynthese der Nukleinsäuren DNA und RNA, also dem genetischen Erbmaterial, und für die Eiweißsynthese zuständig.

Homocysteinabbau
Weitere Aufgabe ist die Umwandlung der Aminosäure Homocystein und damit die Senkung des Homocysteinspiegels im Blut und die Beseitigung eines wesentlichen Risikofaktors für Gefäßschädigungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Therapeutische Anwendungsbereiche
Therapeutischer Einsatz mit Folsäure ist sinnvoll bei

• Diabetes mellitus
• Arteriosklerose
• Gicht
• Infektionen
• Nervenerkrankungen und psychischen Störungen.
Folsäuremangel

Symptome und Folgen
Folsäure-Mangel macht sich als erstes in den Bereichen der höchsten Zellteilungsrate (häufige Zellerneuerung) bemerkbar. Erste Symptome sind daher

• Blutbildungsstörungen mit Anämien,
• Schleimhautentzündungen und
• Störungen im Magen-Darm-Trakt.

gefolgt von

• verminderte Immunreaktionen,
• hoher Homocysteinspiegel,
• nervliche und psychiatrische Störungen oder
• Wachstums- und Fortpflanzungsstörungen

In oder vor der Schwangerschaft: Durch das Fehlen von Folsäure ist die Nucleinsäure-Bildung und damit die Zelldifferenzierung beim Embryo gestört. Die Folgen sind Fehlbildung, so genannte Neuralrohrdefekte, geistige Unterentwicklung des Säuglings oder eine Fehlgeburt. Jährlich werden in Deutschland 300 bis 500 Säuglinge mit folsäuremangel-bedingten Neuralrohrdefekt geboren.

Ursachen
Hauptgründe für Folsäure-Mangel sind einseitige Ernährung, zu geringer Vollkorn- und Gemüseverzehr und falsche Zubereitung (hohe Hitzeempfindlichkeit). Da die Folsäure im Nahrungsmittel gebunden vorliegt, ist sie nur zu durchschnittlich 40 % bioverfügbar. Aufgrund Ihrer starken Hitze- und Lichtempfindlichkeit sowie leichten Wasserlöslichkeit gehen bei der Nahrungszubereitung weitere 50 – 90 % der Folsäure verloren.
Weitere Ursachen eines Folsäure-Ungleichgewichts sind hoher Genussmittelkonsum, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und Einnahme von Medikamenten oder oraler Kontrazeptiva („Pille“).
Zufuhrempfehlungen und Hinweise

Versorgungssituation
Die Zufuhrmengen von Folsäure in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern liegen bei allen Altersgruppen und beiden Geschlechtern nicht zufriedenstellend. In einigen Altersgruppen gibt es sind bis zu 30 % Unterversorgte. Bei Schwangeren und Krankenhaus-Patienten sind zwischen 50 und 70 % der Besorgten unterversorgt.

Zufuhrempfehlung
Erwachsenen und Jugendlichen wird eine tägliche Zufuhr von 400 mcg Folsäure empfohlen.
! Frauen vor und in der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit haben einen erhöhten Bedarf. Frauen die schwanger werden möchten, sollten bereits einen Monat vor Beginn der Schwangerschaft zusätzlich 400 mcg Folsäure ergänzen um einen Neuralrohrdefekt beim Embryo zu verhindern. Spätere Gaben z.B. nach Feststellung der Schwangerschaft können Defizite der ersten Wochen nicht mehr ausgleichen(!).

Erhöhter Bedarf
Der Folsäure-Bedarf ist deutlich erhöht bei
• schnellem Wachstum: Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend
• hohem Genussmittelkonsum
• Einnahme bestimmter Medikamente z.B. Zytostatika, Barbiturate und orale Kontrazeptive („Pille“)
• bei zehrenden Erkrankungen: Fieber, Infektionen, Krebs
• vermehrtem Zellwachstum: Verbrennungen, Operationen
• chronischen Erkrankungen: z.B. Anämien, Schuppenflechte (Psoriasis)
• Arteriosklerose, hohem Homocysteinspiegel,

Personen mit einem hohen Risiko für Folsäureunterversorgung sind Kinder, Jugendliche, junge Erwachsenen, Schwangere und ältere Menschen.

Überdosierung
Als sicher und nebenwirkungsfrei gelten Langzeiteinnahmen von täglich bis zu 1 mg (1000 µg) Folsäure. Unphysiologisch hohen Zufuhren von 15 mg (40-fache Verzehrempfehlung) führen zu Magen-Darm-Störungen.
Tolerable Upper Intake Level: 1 mg (1000 µg)
Literaturquellen

1. Arnesen E, Refsum H, Bonaa KH et al.: Serum total homocysteine and coronary heart disease. Int J Epidemiol 24 704-709 (1995).
2. Evans RW, Shaten BJ, Hempel JD et al.: Homocyst( e)ine and risk of cardiovascular disease in the Multiple Risk Factor Intervention Trial. Arterioscler Thromb Vasc Biol 17  1947-1953 (1997).
3. Persad, V.L., et al.: Incidence of open neural tube defects in Nova Scotia after folid acid fortification. CMAJ 167 241-245 (2002).
4. Schmidt E, Schmidt N: Leitfaden Mikronährstoffe. Orthomolekulare Prävention und Therapie, S. 190-201 (2004).
5. Selhub J, Jaques PF, Bostom AG et al.: Association between plasma homocysteine concentrations and extracranial carotid-artery stenosis. New Engl J Med 332 286-291 (1995).
6. Stampfer M., Malinow M., Willett WC et al.: A prospective study of plasma homocyst(e)ine and risk of myocardial infarction in US physicians. JAMA 268 877-881 (1992).
7. Wald NJ, Watt HC, Law MR et al.: Homocysteine and ischemic heart disease. Arch Intern Med 158 862-867 (1998).
8. Murray, MT: Encyclopedia of Nutritional Supplements. Prima Publishing, Rocklin, CA; (1996).
9. Milunsky A., Jick H, Jick S et al,: Multivitamin/folic acid supplementation in early pregnancy reduces the prevalence of neural tube defects. JAMA 1989;262:2847-2852. (1989).
10. Smithells RW, Shepared S & Schorah C.: Vitamin deficiencies and neural tube defects. Arch Dis Chil 1976;51:944-950.
11. Laurence K., et al.: Double-blind randomized controlled trial of folate treatment before conception to prevent recurrence of neural tube defects. Br Med. (1981).
12. Smithelles RW, Nevin NC, Seller MJ et al: Further experience of vitamin supplementation for the prevention of neural tube defects. Lancet I:1027-1033. (1983).
13. Streiff, R.: Folate deficiency and oral contraceptives. JAMA 1970;214:105-108.
10. Butterworth C, Hatch K, Gore H, et al: Improvement in cervical dysplasia associated with folic acid therapy in users of oral contraceptives. AM J Clin Nutr 1982;35:73-82.
14. Godfrey PSA, Toone BK, Carney MWP et al.: Enhancement of recovery form psychiatric illness by methyl folate. Lancet 336:392-395. (1990).
15. Thornon W .&Thornton B.: Geriatric mental function and folic acid, a review and survery. Southern Med J;70:919-922. (1997).

Geschrieben von gesundreich

5. 12. 2008 um 17:02

ALFALFA

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Beschreibung

Alfalfa ist die aus dem Arabischen stammende Bezeichnung für die bei uns bekannte Pflanze Luzerne (Medicago sativa). Alfalfa ist eine reichhaltige Pflanze, die durch ihre Vielfalt an Inhaltsstoffen sowohl als natürliche Nährstoffquelle, Immunstimulans und als Tonikum (Stärkungsmittel) dient als auch prophylaktischen und therapeutisch eingesetzt wird.
Die Pflanzenstoffe, primär die zu 3 % enthaltenen Saponine, senken erhöhte Blutfettwerte, fördern die Verdauung, steuern klimakterischen Beschwerden entgegen, und besitzen stark antibiotische, entgiftende und entwässernde Eigenschaften.
Anwendungsbereiche und Wirkungen

Anwendungsbereiche
Alfalfa wird wegen seiner allgemein gesundheitsstärkenden Wirkungen und als Kräftigungsmittel (Tonikum) eingesetzt sowie bei/zur

• Entgiftung
• Entwässerung (Vorbeugung von Wassereinlagerungen)
• Diabetes mellitus
• arthritische Erkrankungen
• Störungen im Magen-Darm-System: Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Reizdarm
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen: erhöhte Blutfettwerte, Arteriosklerose, Bluthochdruck,
• Nervenerkrankungen: Demenz, Morbus Parkinson
• klimakterischen Beschwerden
Wirkungen
Senkung erhöhter Cholesterin- und Blutfettwerte
Alfalfa kann das Ausmaß einer bestehenden Arteriosklerose verringern sowie deren Entstehung vorbeugen. Der Grund hierfür liegt in den enthaltenen Saponinen. Diese hemmen die Cholesterinaufnahme im Darm und erniedrigen das Verhältnis von Gesamt- und LDL-Cholesterin zu HDL-Choelsterin. Weiterhin erhöhen die Steroide (z.B. Beta-Sitosterin) die Ausscheidung von fettähnlichen Substanzen und cholesterinhaltigen Gallensäuren im Stuhl.

Verdauung
Alfalfa fördert die Verdauungstätigkeit. Die Saponine stimulieren die Aktivität der Lipase, einem wichtigen Verdauungsenzym. Alfalfa hat sich bei Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen und Bachkrämpfen bewährt.

Entgiftung, Entwässerung und Säure-Basen-Ausgleich
Die Saponine des Alfalfas besitzen die Eigenschaft, die Leber bei der Entgiftung, der Neutralisation und Ausscheidung von Giftstoffen, zu unterstützen und Nieren und Leber zu entlasten. Sie dienen gleich einem „biologischen Putzmittel“ zur Reinigung des Körpers, da sie toxische Stoffe im Darm binden und ausscheiden können. Die Pflanzenstoffe des Alfalfa wirken zudem harntreibend (entwässernd) und können ein leicht gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht wieder ausgleichen.
 
Hormonelle Wirkungen
Im hormonellen Regelsystem wirkt Alfalfa zweifach:
Das Phytoöstrogen Coumestrol besitzt die höchste östrogene Aktivität von allen bisher bekannten Pflanzenhormonen. Bei klimakterischen Beschwerden hat sich Alfalfa daher besonders bewährt.
Da Alfalfa Eiweißbausteine enthält, die den menschlichen Schilddrüsenhormone ähneln, kann sein Verzehr Schilddrüsenerkrankungen prophylaktisch entgegensteuern.

Bakterien- und Pilzhemmung
Saponine sind stark antibiotisch und hemmen das Bakterien- und Pilzwachstum. Ihre Bedeutung für die Pflanze liegt unter anderem darin, diese vor Pilz- und Parasitenbefall zu schützen.

Entzündungslinderung
Die Saponine des Alfalfas haben mit Cortison vergleichbare Effekte. Substanzen, die verantwortlich sind für entzündliche Erkrankungen (z.B. Gicht, Arthritis) werden gebunden und mit ihrer Hilfe aus dem Körper geschieden. Bei degenerativen Gelenkerkrankungen kann eine deutliche Besserung der Beweglichkeit durch Abschwellen und Entzündungsminderung sowie Schmerzlinderung erzielt werden.

Blutzucker- und Gewichtskontrolle
Aufgrund der enthaltenen Saponine ist nach der Einnahme von Alfalfa-Extrakt eine leichte Senkung des Blutzuckerspiegels resp. ein langsamerer Anstieg festzustellen. Diabetiker profitieren daher besonders vom Verzehr. Alfalfa steigert zudem das Sättigungsgefühl und unterstützt die Gewichtskontrolle.

Immunsteigerung
Die Inhaltsstoffe des Alfalfas, Saponine, Flavonoide und weitere Pflanzenstoffe und Enzyme, stärken die Körperabwehr und verbessern die Sauerstoffaufnahme des Blutes. Gegenstand derzeitiger Untersuchungen ist, inwieweit Alfalfa-Extrakt zudem zur Verbesserung der Immunantwort auf Impfungen beitragen kann.

Wirkstoffe
Die wichtigsten Inhaltstoffe des Alfalfas sind

- alle essentielle Aminosäuren
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Saponine, Flavonoide, Isoflavonoide, Coumestrol u.a.
- Steroide: Beta-Sitosterin, Campesterol, Sigmasterol
- Stanchydrin
- Chlorophyll
- Vitamine: A, C, D, E, K, B1, B2, B3, B5, B6, B12, Biotin und Folsäure
- Mineralien: Calcium, Phosphor, Kalium, Eisen, Zink
Zufuhrempfehlungen und Hinweise

Zufuhrempfehlung
Alfalfa wird in einer täglichen Dosierung von 500 mg empfohlen. Eine hohe Bioverfügbarkeit liefert insbesondere Esterin Alfalfa-Extrakt.

 
Literaturquellen

1. Hänsel, R., Sticher, O.: Pharmakognosie – Pharmazie, 7. Auflage, Springer-Verlag Heidelberg (2004).
2. Heisler I., Sutherland M., Bachran C., Hebestreit P., Scznitger A,. Melzig M., Fuchs H. Combined application of saponin and chimeric toxins drastically enhances the targeted cytotoxicity on tumor cells. 106(1-2):123-37 (2005).
3. House, J.K. et al.:, J. Am. Vet. Med. Assoc, 209 (9), 1604-1607 (1996).
4. Kulling S.E., Watzl, B.: Ernährungs-Umschau 50 (6), 234-239 (2003).
5. Loesch-Fries, L. et al.: Expression of alfalfa mosaic virus RNA 4 in transgenic plants confers virus resistance. The embo Journal, Bd. 6, Nr. 7, 1987, Seiten 1845-1851,    (1987).
6. Malinow, M.R. et al.: J. Clin. Invest. 67, 156-162 (1981).
7. Montanaro A., Bardana Jr., E.J., Rheum. Dis. Clin. North Am., 17 (2), 3232-332 (Medline-abstract)(1991).
8. Mohle-Boetani, J.C. et al.: Ann. Intern. Med., 135, 239-247 (2003).
9. Watzl, B.: Saponine Ernährungs-Umschau 48 Heft 6 (2001).
10. Wyk, B.-E., Wink, C., Wink., M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlaggesellschaft mbH Stuttgart (2004).

Geschrieben von gesundreich

5. 12. 2008 um 16:43

ACETYL-L-CARNITIN

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Beschreibung

Acetyl-L-Carnitin, abgekürzt ALC, wird treffend als Nervenschutzfaktor oder neuroprotektiv bezeichnet. Hinter Acetyl-L-Carnitin verbirgt sich die mit einer Fettsäure verbundene Aminosäure L-Carnitin und damit ein Aminosäure-Ester. Beim Menschen wird dieser Stoff in Gehirn, Leber und Nieren gebildet.

Acetyl-L-Carnitin spielt aufgrund seiner Fähigkeit zur Regeneration der Nervenzellen eine besonders wichtige Rolle und ist zweitens in der Lage, den zellulären Energiestoffwechsel zu erhöhen. Am stärksten ist Acetyl-L-Carnitin in den Gehirnzellen vertreten, wo es die funktionellen Leistungen des Gehirns steigert, die Reizübertragung durch Nervenbotenstoffe verbessert und die Zellenenergie und Wachheit erhöht.

Durch seinen Acetyl-Teil kann Acetyl-L-Carnitin die lipophilen d.h. fettlöslichen Membranen im Dünndarm besonders leicht passieren.

Anwendungsbereiche und Wirkungen

Anwendungsbereiche
Acetyl-L-Carnitin wird zum Schutz der Nervenzellen und zur Steigerung des zellulären Energiestoffwechsels einsetzt.

Therapeutisch wird Acetyl-L-Carnitin eingesetzt bei:
• neuropathischen oder neurodegenerativen Erkrankungen und Funktionsstörungen z.B. diabetische Neuropathie, Morbus Alzheimer
• Depressionen
• kognitive Störungen

Wirkungen

  • Verbesserte Nervenreizübertragung
    Acetyl-L-Carnitin hemmt die neuronale Degeneration (= Funktionsminderung der Nervenzellen) z.B. bei der Polyneuropathie infolge von Diabetes mellitus.
  • Acetyl-L-Carnitin hat die Fähigkeit, den Stoffwechsel der Nervenzellen anzuregen. Möglich ist das, indem es die Rezeptorsensibilität, also die Erregbarkeit der Nerven, auf die beiden Nervenbotenstoffe Acetylcholin und Serotonin verbessert. Während Antidepressiva den Abbau dieser Botenstoffe verhindern und dabei bemerkenswerte Nebenwirkungen haben, wirkt Acetyl-L-Carnitin nicht-manipulativ auf den Nervenstoffwechsel. Es optimiert lediglich die Rezeptorsensibilität und steuert der allgemeinen alterstypischen Desensibilisierung der Rezeptoren entgegen. Acetyl-L-Carnitin zeigt über diesen Mechanismus auch bei bestehendem Morbus Alzheimer positive  Wirkungen.
  • Erhöhung des zellulären Energiestoffwechsels
    Acetyl-L-Carnitin ist am Transport der Fettsäuren in die Mitochondrien und der dortigen
    Energiegewinnung beteiligt. Acetyl-L-Carnitin steuert damit akuten Energiedefiziten z.B. in den Zellen des Gehirns, des Herzmuskels, den peripheren Nerven und anderen Organen entgegen, die mit steigendem Alter regelmäßiger auftreten können. Durch den erhöhten Energiestoffwechsel in den Gehirnzellen werden altersbedingte neurodegenerative Prozesse vermindert.
  • Immunstärkung
    Die Erhöhung der Lymphozytenaktivität (Lymphozyten = Untergruppe weißer Blutkörperchen) durch Acetyl-L-Carnitin wurde in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Gleichzeitig verhindert das Vorhandensein von Acetyl-L-Carnitin den Rückgang der Makrophagenaktivität (Fresszellen). Derzeit diskutiert werden Hinweise, dass Acetyl-L-Carnitin auch die Bildung der Zytokine (= Immunbotenstoffe) anregt.
    Zufuhrempfehlungen und Hinweise

Zufuhrempfehlung

Die zur Vorbeugung eingesetzte Dosis liegt zwischen 500 und 1000 mg pro Tag.
Therapeutisch sind auch höhere Dosen üblich.

Literaturquellen

1. Bellinghieri G, Santoro D, Calvani M et al.: Carnitine and hemodialysis. Am J Kidney Dis; 41 (3 Suppl 2): S116-22.  (2003).
2. Bonavita E.: Study of the efficacy and tolerability of L-acetyl-carnitine therapy in the senile brain; Int J Clin Pharmacol Ther Toxicol, Sep; 24.9. (1986).
3. Bertoli M, Battistella PA, Vergani L et al.: Carnitine deficiency induced during hemodialysis and hyperlipidemia: effect of replacement therapy. Am J Clin Nutr; 34 (8): 1496-500. (1981).
4. Giancaterini, A., et al.: Acetyl-L-carnitine infusion increases glucose disposal in type 2 diabetic patients. Metabolism 49 (6), 704 – 708, (2000).
5. Herrmann W. M., Dietrich B., Hiersemenzel R.: harmacoelectroencephalographic and clinical effects of the cholinergic substance acetyl-L-carnitine in patients with organic brain syndrome. Int J Clin Pharmacol Res. (1990).
6. Marconi C., Sassi G., Carpinelli A., Cerretelli P.: Effects of L-carnitine loading on the aerobic and anaerobic performance of endurance athletes; Europ. J. Appl. Physiol., 54, 131-135.  (1985).
7. Mingrone, G., et al.: L-carnitine improves glucose disposal in type 2 diabetic patients. J. Am. Coll. Nutr. 18 (1), 77 – 82, (1999).
8. Spagnoli A., Lucca U., Menasce G., et. al.: Acetyl-L-carnitine treatment in alzheimer`s disease, Neurology 1991; 41.11. (1991).

Geschrieben von gesundreich

5. 12. 2008 um 16:42

Biotin

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Beschreibung

Biotin-Molekül

Biotin-Molekül

Das wasserlösliche B-Vitamin Biotin ist als Coenzym (Bestandteil verschiedener Enzyme) an diversen Körperprozessen beteiligt. So ist Biotin für das normale Zellwachstum unerlässlich. Durch den Einbau von Schwefel wirkt das Vitamin am Aufbau von Haut, Haaren und Nägeln mit und wird aus diesem Grund landläufig auch als Vitamin H (Haut und Haar) bezeichnet. Der Fettgehalt unserer Haut sowie die Zusammensetzung der Zellmembranen werden ebenso durch Biotin gesteuert. Biotin ist als Bestandteil von Enzymen (z.B. den Carboxylasen) Voraussetzung für einen funktionierenden Kohlenhydrat-und Fettstoffwechsel sowie für die Neubildung von Aminosäuren, Glukose und Fettsäuren. Biotin arbeitet dabei häufig mit anderen B-Vitaminen wie der Folsäure, der Pantothensäure und Vitamin B12 zusammen. Biotin fördert unter anderem die Gesundheit der Schweißdrüsen, des Knochenmarks, der männlichen Keimdrüsen, der Blutzellen und des Nervengewebes. Im Körper befindet sich Biotin in jeweils niedrigen Konzentrationen in Gehirn, Leber und Muskelgewebe.

Funktionen und Anwendungsbereiche

Funktionen
•    Zellwachstum und Bildung der Zellmembran
•    Haut-, Haar- und Nagelwachstum
•    Bildung von Glukose und Aminosäuren

Zellwachstum und Bildung der Zellmembran
Biotin spielt eine wesentliche Rolle bei der Synthese der DNA und RNA (Desoxyribo- und Ribonucleinsäure), der genetischen Erbsubstanz, die für eine optimale Zellentwicklung vorhanden sein muss. Biotin steuert auch den Aufbau der Fettsäuren und damit die optimale Zusammensetzung der Zellmembranen.

Unterstützung des normalen Haut-, Haar- und Nagelwachstums
Biotin fördert die Einlagerung schwefelhaltiger Aminosäuren in die Haarwurzelzellen und Nägel. Menschen mit rissiger, trockener oder schuppiger Haut, Haarausfall und brüchigen Fingernägeln vermögen von einer Ergänzung mit Biotin zu profitieren.

Bildung von Glukose und Aminosäuren
Biotin ist ein Cofaktor für Enzyme, die den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen steuern, vor allem der Acetyl-Coenzym A-Carboxylase und der Pyruvat-Carboxylase. Die Coenzyme besitzen die Aufgabe, so genannte Carboxylgruppen (COOH) auf andere Substanzen im Stoffwechsel zu übertragen und werden auch CO2-Überträger genannt. Enzymatische Reaktionen mit Biotin ermöglichen so die Übertragung von Kohlendioxid (CO2), die von wesentlicher Bedeutung für den Stoffwechsel der Energie liefernden Nährstoffe ist. Als Coenzym spielt Biotin auch eine Rolle beim Abbau der Aminosäuren zur Energiegewinnung.

Anwendungsbereiche

•    Diabetes mellitus
•    Haut-, Haar- und Nagelerkrankungen

Diabetes mellitus
Biotin-Supplemente unterstützen die Insulinwirkung und helfen dabei, den Blutzuckerspiegel bei diabetischen Patienten zu senken. Bei Menschen mit DiabetesTyp 2 wird signifikant häufig ein zu niedriger Biotinspiegel festgestellt.

Haut-, Haar- und Nagelerkrankungen
Der größte Vorteil von Biotin als Nahrungsergänzungsmittel ist die Verbesserung des Hautbildes und die Stärkung der Haare und Nägel. Biotin vermag es, brüchige Haare sowie Finger- und Fußnägel zu verbessern und Biotinmangel bedingtem Haarausfall entgegenzusteuern. Gleichzeitig stimuliert Biotin die Erneuerung der obersten Hautzellen und steuert verschiedenen Hauterkrankungen, wie der „seborrhoischen Dermatitis“ (Hautentzündung mit Talgausschüttung) entgegen.

Erhöhter Bedarf und Mangel

Häufigste Ursachen für erhöhten Bedarf
•    Medikamenteneinnahme: Antibiotika und andere Medikamente haben einen stark negativen Einfluss auf die Biotinaufnahme
•    Zufuhrmangel (infolge einseitiger Ernährung, Reduktionsdiäten, Fastenkuren, Alkoholismus)
•    Schwangerschaft, Stillzeit
•    Diabetiker: Diabetiker haben einen erhöhten Biotinbedarf zur Unterstützung der Blutzuckerkontrolle
•    hoher Verzehr von rohen Eiern: Speziell das Eiweiß roher Eier bindet Biotin und verhindert seine Aufnahme

Mangelsymptome
Biotin ist notwendig für den Metabolismus und das Wachstum des Körpers, insbesondere in Bezug auf die Produktion von Fettsäuren, Antikörpern, Verdauungsenzymen und Niacin (Vitamin B3).
Biotinmangel zeigt sich in
•    rissiger, geröteter oder schuppender Haut
•    entzündeten Schleimhäuten
•    brüchigen Fingernägeln
•    Haarausfall
•    Verdauungsstörungen
•    neurologischen Symptomen: Depressionen, Lethargie, Müdigkeit und Angstzuständen
•    Taubheit und Kribbeln in den Extremitäten (Hände und Füße)
•    Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Zufuhrempfehlung und Einnahmehinweise

Zufuhrempfehlung
Als Nahrungsergänzung werden täglich 300 mcg empfohlen. Auch in höherer Dosierung wird die Einnahme eines Biotin-Präparats ohne Nebenwirkungen gut vertragen.
Für Schwangere und Stillende gelten andere Zufuhrempfehlungen.

Sicherheit
Auch bei lang andauernder hochdosierter Anwendung von täglich 60 mg (= 60.000 mcg) wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.

Einnahmehinweise
•    Die Einnahme wird besonders in Kombination mit den anderen B-Vitaminen empfohlen.
•    Eine Biotin-Ergänzung bei Diabetikern ist v.a. gemeinsam mit der Gabe von Alpha-Liponsäure und Chrom empfehlenswert.

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Geschrieben von gesundreich

1. 10. 2008 um 15:18

Arginin

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Beschreibung
Die Aminosäure Arginin ist an zahlreichen Körperfunktionen und Stoffwechselvorgängen beteiligt und besitzt mehrere therapeutische Einsatzbereiche, die durch viele klinische Studien belegt sind. Arginin wird zu den bedingt unentbehrlichen Aminosäuren gezählt, da es unter bestimmten Bedingungen (z.B. in Wachstumsphasen, bei schweren Erkrankungen, Infektionen, Verletzungen, extremer Stress- oder körperlicher Belastung) zwingend über die Nahrung aufgenommen werden muss.
Eine der wichtigsten Aufgaben erfüllt Arginin im Gefäß- und allgemein Herzkreislauf-System bei der Regulation der Gefäßweite und damit bei der Blutzirkulation. Durch Erweiterung der Arterien werden die Gefäßwände geschützt und die Neigung zur Verklumpung des Blutes gesenkt. Zudem steigert Arginin die Ausschüttung des Wachstumshormons aus der Hypophyse (Hirnanhangdrüse), das den Muskel- und Knochenaufbau fördert, Wundheilungsprozesse beschleunigt und die Immunabwehr stimuliert.


Funktionen und Anwendungsbereiche

Funktionen
•    Regulation von Gefäßweite und Blutfluss (über die Stickstoffoxid-Produktion)
•    Hormonbildung
•    Immunstimulierung
•    Bildung von Harnstoff
•    Spermienbildung
•    Wundheilung (Kollagensynthese)

Gefäß- und Blutflussregulation (über die Stickstoffoxid-Produktion)
Arginin ist die Vorläufersubstanz von so genanntem Stick(stoff)oxid (NOx). Über die Entspannung der glatten Gefäßmuskulatur kommt es durch Stickoxid zu einer Erweitung der Gefäße und damit zur einer besseren Blutzirkulation. Der Blutdruck sinkt und durch den Schutz der Gefäßwandzellen sinkt auch das Risiko, Arteriosklerose zu entwickeln. Umgekehrt besitzen Menschen, die bereits an einer beginnenden Arteriosklerose leiden, in nicht ausreichendem Maße verfügbares Stickoxid in der Gefäßwand. Die gezielte Ergänzung mit Arginin erhöht direkt die Bildung von Stickoxid. Hierdurch verbessert sich die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Gefäße und die Neigung zur Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) wird verringert.

Hormonbildung
Arginin stimuliert die Freisetzung folgender Hormone:
•    Noradrenalin und weitere so genannte Katecholamine aus den Nebennieren
•    Insulin aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
•    Wachstumshormon (Human Groth Hormone, HGH) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse): eine erhöhte Ausschüttung an Wachstumshormonen hat einen verbesserten Muskelaufbau sowie eine effektivere Fettverbrennung zur Folge.

Immunstimulierung
Arginin kann die Produktion der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) in der Thymusdrüse und die Aktivität der Killerzellen erhöhen.

Bildung von Harnstoff

Arginin wird für den Proteinabbau im Körper benötigt, um das frei gewordene (toxische) Ammoniak in (nicht-toxischen) Harnstoff umzuwandeln. Bei eingeschränkter Leberfunktion kann Ammoniak unter Umgehung der Leber über den Blutkreislauf im Gehirn schwere irreversible Hirnschäden anrichten.

Spermienbildung
Spermazellen enthalten bis zu 80 % Arginin in Form der Stoffe Spermin und Spermidin. Arginin vermag die Spermamenge zu erhöhen und unterstützt die klinische Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit.

Anwendungsbereiche
•    Herz-Kreislauf-Erkrankungen
•    Erektile Dysfunktion (Erektionsstörungen)
•    Fertilitätsstörung bei Männern
•    Diabetes mellitus
•    Entgiftung
•    Immunstärkung
•    Grüner Star (Glaukom)
•    Wundheilung, Kollagensynthese


Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Arginin erhöht die Produktion von Stickoxid (NOx) und vergrößert damit das Gefäßvolumen. Gleichzeitig fördert Arginin die Senkung des Cholesterinspiegels im Blut und schützt das Herz-Kreislauf-System.

Erektile Dysfunktion (Erektionsstörung)

Stickoxid führt zur Entspannung der glatten Muskulatur der Blutgefäße und verbessert damit den Blutfluss aller Gefäße. Nur infolge dieser Muskulaturentspannung der Arterien kann sich der Schwellkörper des männlichen Gliedes mit Blut füllen. Ausreichend vorhandenes Stickoxid ist deshalb notwendig und förderlich für die sexuelle Funktion.


Fertilitätsstörung bei Männern
Spermazellen besitzen hohe Mengen an Arginin. Eine Arginin-Ergänzung kann die Spermienzahl erhöhen und gleichzeitig deren Bewegungsfähigkeit fördern.

Diabetes mellitus

Arginin steigert die Insulinfreisetzung und die Sensibilität der Zellen auf Insulin (Insulinsensitivität). Es verbessert die Glukosetoleranz und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Entgiftung
Eine Ergänzung mit Arginin kann die Regeneration der Hepatozyten (Leberzellen) anregen und schützt die Leber vor Schäden durch Medikamente und Umweltschadstoffe.

Immunstärkung
Arginin stärkt ein geschwächtes Immunsystem, indem es die Produktion von aktiven Leukozyten (weiße Blutkörperchen) stimuliert.

Grüner Star (Glaukom)
Aufgrund seiner Gefäß erweiternden Wirkung kann Arginin den Augeninnendruck senken und wird komplementär-therapeutisch bei Grünem Star eingesetzt.

Wundheilung
Durch Arginin wird die Kollagensynthese angeregt und die Wundheilung nach Operationen oder Verletzungen intensiviert und beschleunigt.


Erhöhter Bedarf und Mangel

Häufigste Ursachen für erhöhten Bedarf
Der Bedarf an Arginin kann bei folgenden Umständen erhöht sein:
•    einseitige Ernährung, Mangel- und Fehlernährung
•    starker Stress
•    Leistungssport
•    schwere Verletzungen, Operationen
•    chronische Erkrankungen
•    hohes Alter

Mangelsymptome
•    Störungen der Gefäßfunktion und Durchblutung
•    Erektile Dysfunktion
•    erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
•    Wundheilungsstörungen
•    Immunschwäche, gesteigerte Infektanfälligkeit


Zufuhrempfehlung und Einnahmehinweise

Zufuhrempfehlung
Arginin wird in Mengen zwischen 1 und 4 g pro Tag ergänzt.

Gegenanzeigen
Tägliche Arginin-Mengen von bis zu 6 g werden ohne Nebenwirkungen vertragen.
Kinder und Jugendliche im Wachstum, Menschen mit Herpes sowie an Schizophrenie Erkrankte sollten Arginin nicht ohne ärztliche Absprache ergänzen.

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Geschrieben von gesundreich

1. 10. 2008 um 15:14