Archiv für die Kategorie ‘Pilzerkrankungen’
Alfalfa
Beschreibung
Alfalfa ist die aus dem Arabischen stammende Bezeichnung für die bei uns bekannte Pflanze Luzerne (Medicago sativa). Alfalfa ist eine reichhaltige Pflanze, die durch ihre Vielfalt an Inhaltsstoffen sowohl als natürliche Nährstoffquelle, Immunstimulans und als Tonikum (Stärkungsmittel) dient als auch prophylaktischen und therapeutisch eingesetzt wird.
Die Pflanzenstoffe, primär die zu 3 % enthaltenen Saponine, senken erhöhte Blutfettwerte, fördern die Verdauung, steuern klimakterischen Beschwerden entgegen, und besitzen stark antibiotische, entgiftende und entwässernde Eigenschaften.
Anwendungsbereiche und Wirkungen
Anwendungsbereiche
Alfalfa wird wegen seiner allgemein gesundheitsstärkenden Wirkungen und als Kräftigungsmittel (Tonikum) eingesetzt sowie bei/zur
• Entgiftung
• Entwässerung (Vorbeugung von Wassereinlagerungen)
• Diabetes mellitus
• arthritische Erkrankungen
• Störungen im Magen-Darm-System: Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Reizdarm
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen: erhöhte Blutfettwerte, Arteriosklerose, Bluthochdruck,
• Nervenerkrankungen: Demenz, Morbus Parkinson
• klimakterischen Beschwerden
Wirkungen
Senkung erhöhter Cholesterin- und Blutfettwerte
Alfalfa kann das Ausmaß einer bestehenden Arteriosklerose verringern sowie deren Entstehung vorbeugen. Der Grund hierfür liegt in den enthaltenen Saponinen. Diese hemmen die Cholesterinaufnahme im Darm und erniedrigen das Verhältnis von Gesamt- und LDL-Cholesterin zu HDL-Choelsterin. Weiterhin erhöhen die Steroide (z.B. Beta-Sitosterin) die Ausscheidung von fettähnlichen Substanzen und cholesterinhaltigen Gallensäuren im Stuhl.
Verdauung
Alfalfa fördert die Verdauungstätigkeit. Die Saponine stimulieren die Aktivität der Lipase, einem wichtigen Verdauungsenzym. Alfalfa hat sich bei Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen und Bachkrämpfen bewährt.
Entgiftung, Entwässerung und Säure-Basen-Ausgleich
Die Saponine des Alfalfas besitzen die Eigenschaft, die Leber bei der Entgiftung, der Neutralisation und Ausscheidung von Giftstoffen, zu unterstützen und Nieren und Leber zu entlasten. Sie dienen gleich einem „biologischen Putzmittel“ zur Reinigung des Körpers, da sie toxische Stoffe im Darm binden und ausscheiden können. Die Pflanzenstoffe des Alfalfa wirken zudem harntreibend (entwässernd) und können ein leicht gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht wieder ausgleichen.
Hormonelle Wirkungen
Im hormonellen Regelsystem wirkt Alfalfa zweifach:
Das Phytoöstrogen Coumestrol besitzt die höchste östrogene Aktivität von allen bisher bekannten Pflanzenhormonen. Bei klimakterischen Beschwerden hat sich Alfalfa daher besonders bewährt.
Da Alfalfa Eiweißbausteine enthält, die den menschlichen Schilddrüsenhormone ähneln, kann sein Verzehr Schilddrüsenerkrankungen prophylaktisch entgegensteuern.
Bakterien- und Pilzhemmung
Saponine sind stark antibiotisch und hemmen das Bakterien- und Pilzwachstum. Ihre Bedeutung für die Pflanze liegt unter anderem darin, diese vor Pilz- und Parasitenbefall zu schützen.
Entzündungslinderung
Die Saponine des Alfalfas haben mit Cortison vergleichbare Effekte. Substanzen, die verantwortlich sind für entzündliche Erkrankungen (z.B. Gicht, Arthritis) werden gebunden und mit ihrer Hilfe aus dem Körper geschieden. Bei degenerativen Gelenkerkrankungen kann eine deutliche Besserung der Beweglichkeit durch Abschwellen und Entzündungsminderung sowie Schmerzlinderung erzielt werden.
Blutzucker- und Gewichtskontrolle
Aufgrund der enthaltenen Saponine ist nach der Einnahme von Alfalfa-Extrakt eine leichte Senkung des Blutzuckerspiegels resp. ein langsamerer Anstieg festzustellen. Diabetiker profitieren daher besonders vom Verzehr. Alfalfa steigert zudem das Sättigungsgefühl und unterstützt die Gewichtskontrolle.
Immunsteigerung
Die Inhaltsstoffe des Alfalfas, Saponine, Flavonoide und weitere Pflanzenstoffe und Enzyme, stärken die Körperabwehr und verbessern die Sauerstoffaufnahme des Blutes. Gegenstand derzeitiger Untersuchungen ist, inwieweit Alfalfa-Extrakt zudem zur Verbesserung der Immunantwort auf Impfungen beitragen kann.
Wirkstoffe
Die wichtigsten Inhaltstoffe des Alfalfas sind
- alle essentielle Aminosäuren
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Saponine, Flavonoide, Isoflavonoide, Coumestrol u.a.
- Steroide: Beta-Sitosterin, Campesterol, Sigmasterol
- Stanchydrin
- Chlorophyll
- Vitamine: A, C, D, E, K, B1, B2, B3, B5, B6, B12, Biotin und Folsäure
- Mineralien: Calcium, Phosphor, Kalium, Eisen, Zink
Zufuhrempfehlungen und Hinweise
Zufuhrempfehlung
Alfalfa wird in einer täglichen Dosierung von 500 mg empfohlen. Eine hohe Bioverfügbarkeit liefert insbesondere Esterin Alfalfa-Extrakt.
Literaturquellen
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10. Wyk, B.-E., Wink, C., Wink., M.: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlaggesellschaft mbH Stuttgart (2004).
COLOSTRUM
Beschreibung
Colostrum ist die Erstmilch, die neugeborene Menschen und Säugetiere unmittelbar nach der Geburt (in den ersten 24 Stunden) erhalten. Die Erstmilch schützt das Neugeborene vor Infektionen und versorgt es mit allen Stoffen, die zum Aufbau von Körpersystemen, einem ausgewogenem Zellstoffwechsel und Wachstum erforderlich sind.
Colostrum ist außergewöhnlich reich an Immunfaktoren, Immunglobulinen (Antikörper), , Enzymen, essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Wachstumsfaktoren. Aufgrund der Reichhaltigkeit an Schutz- und Stärkungsstoffen wird speziell Colostrum von Kühen als Nahrungsergänzung zur Kräftigung des Körpers eingesetzt. Die Erstmilch von Kühen enthält das Vierfache an Immunglobulinen des menschlichen Colostrums und ist für jeden Säuger, einschließlich Mensch, geeignet.
Anwendungsbereiche und Wirkungen
Anwendungsbereiche
Colostrum unterstützt und aktiviert das Immunsystem. Es steigert die Energie, Kraft und Ausdauer des Körpers und steuert Erschöpfungszuständen entgegen. So genannte Wachstumsfaktoren beeinflussen den Zellstoffwechsel und die Zellerneuerung.
Colostrum wird eingesetzt
• als Immunstimulans
• als Tonikum (Kräftigungsmittel)
• zur Ausreifung einer gesunden Darmschleimhaut
• zur Bekämpfung von Bakterien- und Pilzinfektionen
Wirkungen
Immunstimulans
Durch den hohen Gehalt an Immunglobulinen werden die körpereigenen Abwehrkräfte signifikant gestärkt. Immunglobuline sind Antikörper, die im Körper Viren, Bakterien und andere Fremdkörper unschädlich machen. Bestimmte Typen an Immunglobulinen sind hochkonzentriert nur in der Erstmilch von Kühen enthalten. Die enthaltenen Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind für die Bildung von Antikörpern zuständig und damit ebenfalls
zentral an der Immunabwehr beteiligt.
Ausreifung der Darmschleimhaut
Das synergistische Zusammenarbeiten von Wachstumsfaktoren regt gleichzeitig die Ausreifung der Darmmukosa (Darmschleimhaut) und damit des größten Immunorgan des Körpers an. Die Wachstumsfaktoren aktivieren den Zellstoffwechsel, das Zellwachstum und die Zellerneuerung.
Tonikum
Colostrum erhöht die Kraft-, Energie- und Ausdauerreserven des Körpers. Ebenfalls wird eine verbesserte Bildung von Muskelmasse in Wachstumsphasen gewährleistet.
Regulierung von Immunreaktionen
Das Hormon PRP (Prolinreiche Polypeptide) besitzt eine immunregulierende Wirksamkeit im Bereich der Thymusdrüse. Überreaktionen des Immunsystems werden zurückgeschraubt resp. bei Immunschwäche wird das Immunsystem stimuliert. PRP wirkt der Entstehung von Allergien und Autoimmunerkrankungen (Reaktionen gegen körpereigene Organe) entgegen z.B. Rheumatische Arthritis und Multiple Sklerose.
Eisentransport
Das Eiweiß Laktoferrin wird zum Transport von Eisen in den roten Blutkörperchen benötigt und stärkt damit die Immunabwehr.
Wirkstoffe
Neben Enzymen (Lysozyme und Laktatperoxidase), Wachstumsfaktoren, Mineralstoffen und Vitaminen enthält Colostrum mindestens 20 % Immunglobuline, Laktoferrin, das Hormon PRP (= prolinreiche Polypeptide), Leukozyten, Laktoglobuline sowie weitere Abwehrkomponenten.
Zufuhrempfehlungen und Hinweise
Zufuhrempfehlung
Täglich werden 600 bis 800 mg Colostrum empfohlen.
Gegenanzeigen
Colostrum ist für Menschen mit Laktoseintoleranz aufgrund der enthaltenen Laktose (Milchzucker) nicht geeignet.
Literaturquellen
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