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Zahnersatz aus China: Doch ein Risiko?

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Die Negativschlagzeilen rund um Zahnersatz aus China häufen sich. Es begann mit dem Globudent-Skandal. Minderwertiger Zahnersatz aus China wurde im großen Stil deutschen Patienten als Qualitätsware angedreht. Die Verantwortlichen wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Hunderte deutsche Zahnärzte haben bei der Betrugsnummer mitgemacht. Inzwischen ist der Importeur mit neuer Firmenbezeichnung wieder aktiv und schalten sogar Werbung im Fernsehen.

Das Unternehmen „McZahn“ suchte ebenfalls mit Zahnersatz aus China den großen Erfolg. Bis zu 400 McZahn-Praxen kündigte das Unternehmen an. Inzwischen ist McZahn insolvent. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Urkundenfälschung: Der China-Zahnersatz sei mit gefälschten Konformitätserklärungen ins Land gebracht worden.

Im April des Jahres 2008 wurde Zahnersatz aus China entdeckt, bei dem die Grenzwerte für Blei um das Doppelte überschritten waren. „Es scheint wohl kaum der gerne von den Unternehmen beschriebene Einzelfall zu sein“, kommentiert Dr. Wolfgang Koch von der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin die Situation. „Blei ist ein gefährliches Gift“, warnt Koch.

Es geht um viel Geld: für geschätzte 4 Milliarden Euro lassen sich die Deutschen im Jahr Zahnersatz einsetzen. Bereits 9% kommen aus China, mit steigender Tendenz. Die Herkunft ist für den Patienten oft nicht ersichtlich: Die Importeure erscheinen bei oberflächlicher Betrachtung als deutsche Zahntechniklabore, die sich mit TÜV-Logo schmücken und den Eindruck erwecken, besonderen Wert auf Qualität zu legen. Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Letztendlich kann der Patient nicht wissen, ob die Chinesen sich an die Grenzwerte halten.

Der Skandal um das Melanin im Milchpulver hat gezeigt, wie erfinderisch man ist, in die aus Europa importierten Rohstoffe „Billigmacher“ einzumischen.

Zahnersatz ist eben Vertrauenssache. Einen regional tätigen Zahntechniker kann man besuchen und ihm bei der Arbeit buchstäblich über die Schultern sehen. Bei komplizierten oder ästhetisch anspruchsvollen Arbeiten sollte der Zahnarzt den Techniker sowieso in die Praxis einbestellen, damit er den Patienten persönlich sieht. So kann er sich von der Individualität des Patienten einen besseren Eindruck verschaffen, als wenn er ihn nur vom Abdruck her kennt.

Ist dem Patienten heimische Zahntechnik jedoch zu teuer, muss er dennoch nicht auf Zahntechnik aus China ausweichen. Renommierte Zahnkliniken in Osteuropa verfügen ebenfalls über eigene Labore, die ihren Patienten gegenüber transparent sind. Der Zahnersatz ist dort genauso günstig wie Zahnersatz aus China. Doch der Patient kann „seinem“ Zahntechniker bei der Arbeit zusehen und sich persönlich von der Güte der Arbeit überzeugen. Versicherungstechnische Nachteile muss der Patient nicht befürchten:

Bulgarien, Polen und Ungarn sind Mitglieder der Europäischen Union. Daher gewähren die gesetzlichen Krankenversicherer die üblichen Festzuschüsse für Zahnersatz auch für eine Behandlung in diesen Ländern.

Geschrieben von gesundreich

4. 12. 2008 um 18:02

Veröffentlicht in Zahnersatz

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